-->
   
Bücher - Lexika - Faksimile - Antiquariat
Frank Richter - 1a-faksimile
 

Die Apokalypse von Cambrai
Die hohe Schule der karolingischen Buchmalerei
Cambrai, Médiathèque d’Agglomération de Cambrai, Ms. B 386

Ein mehr als 1100 Jahre altes Kunstwerk aus der Zeit der Karolinger

Geheimnisvoll leuchtet die Apokalypse von Cambrai aus dem Dunkel der Geschichte – ein mehr als 1100 Jahre alter Bilderschatz, der die Wirren der Jahrhunderte erstaunlich gut überstanden hat. Die 46 ganzseitigen Illustrationen zu den Endzeitvisionen des Johannes versetzen den Betrachter in die große Zeit der Karolinger.

 

Nur vier Apokalypsen aus der Karolingerzeit

Nur vier Apokalypse-Handschriften aus dem 9. Jahrhundert haben sich weltweit erhalten. Die Apokalypse aus dem nordfranzösischen Cambrai ist die farbenfroheste und die lebendigste. 46 der insgesamt 96 Seiten im Format von ca. 31 × 23 cm sind mit ganzseitigen Miniaturen geschmückt. Sie knüpfen stilistisch an die Kunst der christlichen Spätantike an, angereichert mit fränkischen Einflüssen.
Die Apokalypse von Cambrai ist als einzige reich mit erzählerischen Bild-Elementen ausgestattet wie z.B. mit Tempel- und Stadtarchitekturen und stilisierten Pflanzen. Dieser erzählende und malerische Stil verleiht ihren 46 ganzseitigen Miniaturen Dynamik und Lebendigkeit. Verstärkt wird dieser Eindruck noch durch die kräftigen Farben, die sich auch nach über einem Jahrtausend in erstaunlicher Frische erhalten haben.

Die Vision von Endzeit und Neuanfang in kraftvollen Bildern

 

Apokalypsen sind Texte, die Visionen und Weissagungen vom kommenden Weltuntergang zum Thema haben. Meist sind sie verbunden mit der Idee eines Weltgerichts und der göttlichen Erneuerung der Welt. Die Geheime Offenbarung des Johannes aus dem ersten nachchristlichen Jahrhundert ist das letzte Buch des Neuen Testaments. Die geheimnisvollen, geradezu surrealen Bilder in den Visionen des Johannes fesseln die Menschen seit je und spornen die Künstler zu größter Kreativität an. Bei keinem
anderen der biblischen Bücher ist es so interessant zu vergleichen, wie derselbe Text in unterschiedlichen Epochen künstlerisch umgesetzt wurde. Die Künstler machten sich, angeregt durch die symbolisch offene Sprache des Buches, ihre eigene Vorstellung von den zukünftigen Dingen und drückten die Visionen in der Sprache ihrer Zeit aus. Jede Apokalypse-Handschrift ist einzigartig und bietet Entdeckungen, die nur in ihr gemacht werden können - genau aus diesem Grund sind Apokalypsen für viele ein faszinierendes Sammelgebiet!

Die Spätantike lebt in der karolingischen Buchmalerei auf

Deutlich sind die Künstler der Apokalypse von Cambrai von der Malerei der Spätantike inspiriert: Tempelarchitekturen mit Säulen, korinthischen Kapitellen und Palmetten sind dekorative Elemente, vor denen Figuren in Tunika, Toga und Sandalen oder barfuß wie die antiken Götter agieren. Der häufig streifenartige Bildaufbau und die klare Linienführung bringen Ordnung ins Bild. Die zweidimensional angelegten Figuren gestikulieren beredt mit erhobenen Händen und großen Augen, was ihnen ihre Lebendigkeit verleiht. Darin ist bereits ein künstlerisches Ausdruckselement angelegt, das später in übersteigerter Form für die ottonische Kunst charakteristisch werden wird.
Jede Miniatur dieser einzigartigen Bilderhandschrift ist von einem reich gemusterten phantasievollen Zierrahmen umgeben. Dabei gleicht kein Rahmen im Muster oder in der


Farbgebung dem anderen. Die Farbpalette der Apokalypse von Cambrai ist vielfältig und frisch: schöne Blau-, Ocker-, Gelb- und Grüntöne sind harmonisch komponiert und die Flächen sorgfältig ausgefüllt - eine Bild- und Farbenwelt, in der man lange verweilen möchte.

Die berühmteste Handschrift aus der Bibliothek von Cambrai

Die öffentliche Bibliothek von Cambrai bewahrt in ihrem Bestand mehr als 900 mittelalterliche Handschriften, deren älteste bis ins 7. Jahrhundert datiert, und 600 Inkunabeln. Dank rechtzeitiger Auslagerung ist es geglückt, dieses europäische Erbe durch zwei Weltkriege zu retten - die Faksimile-Edition der Apokalypse von Cambrai macht nun die berühmteste Handschrift der Bibliothek zugänglich.

Die Apokalypse von Cambrai im Überblick
Cambrai, Médiathèque d’Agglomération de Cambrai, Ms. B 386

Entstehungszeit: Ende des 19. Jahrhunderts
Enstehungsort: Frankreich (Cambrai)
Format: ca. 31 * 23 cm
Umfang: 96 Seiten (48Blatt)
Inhalt: Apokalypse
Sprache: Latein
Künstler: Professionelle säkulare Werkstatt

Provenienz: Der Entstehungsort ist bis heute nicht gesichert. Im 10. / 11. Jahrhundert ist die Apokalypse bereits in der Bibliothek der Kathedrale von Cambrai nachgewiesen.

Die Faksimile-Edition der Apokalypse von Cambrai erscheint im Frühjahr 2017 im Quaternio Verlag Luzern

Subskriptionspreis: 4.980,00 EUR, gültig bis Erscheinen ca.März 2017, zahlbar bei Lieferung
Endpreis  5.880,00 EUR

-zurück-