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Frank Richter - 1a-faksimile
 

Das Stammheimer Missale
Die schönste Bilderhandschrift der deutschen Romanik


Das Stammheimer Missale macht vor Ehrfurcht und Staunen sprachlos. Ein wahrer Höhepunkt der romanischen Buchmalerei aus dem letzten Drittel des 12. Jahrhunderts! Makellos schön, rein und klar, vollkommen in der künstlerischen Ausführung! Mit Darstellungen von höchster Qualität, die in keiner anderen Handschrift zu finden sind. Neben Szenen aus dem Alten Testament illustrieren sie die Hauptfeste aus dem Leben Jesu und die Festtage der liturgisch besonders verehrten Heiligen. Ungewöhnlich und einzigartig ist der Kalender mit seinen Architekturrahmungen und die Wiedergabe der Tages- und Nachtstunden in einer mit Gold geränderten Scheibe. Kurzum: eine Handschrift der Superlative, die nach 850 Jahren immer noch so hell erstrahlt wie zur Zeit ihrer Entstehung!


Das Stammheimer Missale: Die Handschrift


 
Romanische Buchkunst in Vollendung

Das Stammheimer Missale ist etwa um 1170 im Benediktinerkloster St. Michael in Hildesheim entstanden. Auf höchstem künstlerischen und theologischen Niveau bietet es romanische Buchmalerei in ihrer reinsten Form. Die perfekt ausgeführten Miniaturen sind atemberaubend schön. Der Farbeindruck, den sie vermitteln, erinnert an die Meisterwerke der Emailkunst aus dieser Zeit. Die großflächigen Goldgründe, die geometrischen Zierrahmen, die eine Vielzahl von Bildfeldern in bewusst kreuzförmiger Anordnung ermöglichen, und der symmetrische Bildaufbau verleihen den Miniaturen etwas Majestätisches. Die Strenge wird durch Körperhaltung, Gestik und Blickführung der Figuren aufgelockert, die dadurch lebendig und dynamisch wirken.


Handschrift für die Heiligsprechung

Das Stammheimer Missale stellt insofern ein Missale dar, als es sämtliche Gesänge, Gebete und Schriftlesungen enthält, die bei der Feier der Messe in St. Michael im Laufe des Kirchenjahres verwendet wurden. Gleichwohl lässt schon sein Aufbau erkennen, dass es offenbar nicht für den liturgischen Gebrauch bestimmt war, sondern vielmehr als eine Art „Schrein“ zu begreifen ist, in dem die Elemente der Messliturgie verzeichnet und aufs Prächtigste ausgestattet sind. Primär wurde das Stammheimer Missale in Gedenken an Bischof Bernward von Hildesheim († 1022), den Klostergründer, geschaffen und diente dazu, den Prozess seiner 1193 erfolgten Heiligsprechung zu befördern. Dementsprechend prominent ist die Verehrung Bernwards in der Handschrift.


Wie frisch aus dem Skriptorium

Makellos erscheint das Stammheimer Missale. In unvergleichlicher Frische und Reinheit erstrahlen Gold und Farben auf dem hellen Pergament. Achteinhalb Jahrhunderte haben so gut wie keine Alterungsspuren hinterlassen. Ihre drei Besitzer haben die Handschrift im Laufe der Geschichte mit großer Sorgfalt und Ehrfurcht bewahrt. Vom 12. Jahrhundert bis 1803 hüteten die Mönche von St. Michael diesen kostbaren Bücherschatz. Im Zuge der Säkularisation nahm ihn dann der letzte Fürstbischof von Hildesheim Franz Egon Freiherr von Fürstenberg in seine Obhut. Bis ins 20. Jahrhundert verblieb das Missale auf dem seiner Familie gehörenden Schloss Stammheim in Köln. 1997 gelangte es schließlich durch Kauf ins Getty-Museum.

    
Missale
Unter der Lupe: Künstlerische Perfektion in jedem Anfangsbuchstaben

 

Das Stammheimer Missale fasziniert nicht nur durch die Vollkommenheit seiner Miniaturen, insbesondere was deren Symmetrie, Farbigkeit und Formgebung im Sinne der romanischen Kunst angeht, sondern auch mit einer Vielzahl von aufwendig verzierten Anfangsbuchstaben. Die größeren Initialen mit einer Höhe von 5 bis 18 Zeilen lassen sich hierbei in historisierte, bewohnte und ornamentierte (dekorierte) Initialen unterteilen. Die historisierten Initialen enthalten figürliche Szenen mit Textbezug, die bewohnten hingegen Menschen, Tieren oder Fabelwesen, die den Buchstabenkörper ganz konkret als Standfläche o.Ä. nutzen. Die Motive der ornamentierten Initialen sind rein dekorativ und kommen ohne figurliche Elemente aus. Die einfachsten sind geometrisch gestaltet.

Die größte bewohnte Initiale findet sich im Stammheimer Missale auf fol. 58r. Mit dieser beginnen die Chorgesänge zum Fest des Heiligen Michael, dem Schutzpatron des Klosters. Im Rankenschmuck der beiden Binnenfelder des Buchstabens B, der sich aus dem Maul eines Drachens entwickelt, sind verschiedene Figuren zu entdecken, die mit der Lese und Herstellung von Wein beschäftigt sind. So ist ganz oben ein Mann zu sehen, der eine Traube mit einer Sichel erntet. Im unteren Bauch des B pflückt ein Mann eine Weintraube mit der Hand. In der Mitte bedrohen derweil zwei andere Tiere und Vögel, die an den Trauben knabbern, mit Pfeil und Bogen bzw. einer Keule. Rechts unten erscheint schließlich ein Mann mit langstieligem Löffel, den er in einen Bottich voller Trauben eintaucht.

Das Stammheimer Missale: Die Edition
              

Handschrift und Faksimile im Überblick

Das Stammheimer Missale ist die schönste Bilderhandschrift der deutschen Romanik. Die Faksimile-Edition gibt die Pracht dieser außergewöhnlichen Handschrift in ihrer Vollkommenheit wieder, so dass dem Betrachter vor Verzückung und Staunen der Atem stockt.

Handschrift: Los Angeles, The J. Paul Getty Museum, Ms. 64
Entstehungszeit: um 1170
Entstehungsort: Hildesheim, Benediktinerkloster St. Michael
Format: 28,5 x 18,5 cm
Umfang: 370 Seiten (184 Blatt)
Künstler: vermutlich nur ein Buchmaler für die Miniaturen und die größeren Initialen, vier Schreiber für den Text, allesamt aus St. Michael
Auftraggeber: St. Michael in Hildesheim
Ausstattung: zwölf ganzseitige Miniaturen, drei reich verzierte Incipit-Seiten, zehn halbseitige Zierinitialen, 29 Seiten mit Architekturrahmung, 37 große und Hunderte von kleineren Initialien in Gold, zwölf Kalenderseiten mit Buchschmuck, funkelndes Gold auf allen Seiten, glänzendes Silber, intensiv leuchtende Farben
Einband: heller Ledereinband mit reicher Blindprägung und Messingschließen
Kommentarband zur Edition von Elizabeth Teviotdale / Christine Sciacca / Nancy Turner / Kirsten Collins / Gerhard Lutz
Druckauflage: 480 Exemplare
Die Faksimile-Edition steht unter dem hohen Patronat Seiner Exzellenz, des H.H. Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ, Bischof von Hildesheim.


Vorauszahlungspreis bis 30.06.2019: EUR  8.850,00
Subskriptionspreis gütig bis Erscheinen: EUR  9.800,00
Endpreis: EUR 10.900,00

Die Faksimile-Edition erscheint im Spätjahr 2019

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